Rathaus Wilhelmsdorf
Saalplatz 7, 88271 Wilhelmsdorf

Öffnungszeiten
Mo. - Fr.: 08.00 - 12.15 Uhr
Mo.: 14.00 - 16.00 Uhr
Do.: 15.00 - 18.00 Uhr

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Veranstaltungen

Die Zieglerschen

Die Zieglerschen sind ein diakonisches Unternehmen in privater Trägerschaft mit einem dichten Netzwerk sozialer Dienstleistungen. Hervorgegangen sind sie aus der 1837 gegründeten „Taubstummenanstalt“ in Wilhelmsdorf. Heute arbeiten an mehr als 40 Standorten in ganz Württemberg mehr als 3.000 Frauen und Männer. Die Zieglerschen sind in folgenden Hilfearten tätig: Altenhilfe, Behindertenhilfe, Jugendhilfe, Suchtkrankenhilfe, Schulen für hör- und sprachbehinderte Kinder und Jugendliche. In der Region Bodensee-Oberschwaben gehören die Zieglerschen zu den größten Arbeitgebern.

Die Zieglerschen in Wilhelmsdorf

In der Gemeinde Wilhelmsdorf selbst hat nicht nur das Gesamtunternehmen seinen Sitz, beinahe alle Hilfearten sind mit Angeboten hier vertreten. Der Vorstand der Zieglerschen arbeitet hier, ebenso wie das Dienstleistungszentrum, das alle Verwaltungsaufgaben bearbeitet. Im Hör-Sprachzentrum Wilhelmsdorf werden vor allem Kinder mit Hör-Behinderungen unterrichtet. Nicht weit davon bietet das Seniorenzentrum Wilhelmsdorf stationäre Pflegeplätze und betreutes Wohnen an. Der Kindergarten Friedenstraße wird von den Zieglerschen betrieben. Am Ortsrand von Wilhelmsdorf befindet sich mit dem Ringgenhof eine der traditionsreichsten und bekanntesten Suchtfachkliniken Deutschlands.
Die Zentrale der Behindertenhilfe der Zieglerschen befindet sich mitten im Ort. Mehr als 400 Menschen mit geistiger Behinderung und zusätzlicher Hör-Sprachbehinderung haben Heimat im Ort gefunden und leben in unterschiedlichen Wohnformen, die genau auf ihren Betreuungsbedarf zugeschnitten sind, schon immer integriert und in guter Nachbarschaft im Dorf. Die Rotach-Gärtnerei hat sich mit ihrem hübschen Laden, in dem vor allem selbst angebautes Gemüse in Bioland-Qualität angeboten wird, innerhalb kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt im Ort entwickelt. Auch hier kann man erleben, wie selbstverständlich und unverkrampft Menschen mit und ohne Behinderung miteinander umgehen könne.

Die Geschichte Wilhelmsdorfs ist untrennbar mit der Geschichte seiner Diakonie verbunden. Das sieht man auch heute noch an vielen Häusern. So ist beispielsweise das hochmoderne Dienstleistungszentrum in einem der ältesten Häuser des Ortes untergebracht, im so genannten Oßwaldbau. Hier gründete August Friedrich Oßwald 1837 die erste Taubstummenanstalt, aus der die ganze diakonische Arbeit der Zieglerschen hervor ging. August Friedrich Oßwalds Schwiegersohn Johannes Ziegler war es, der immer neue Hilfeangebote in Wilhelmsdorf ins Leben rief. Nicht zu Unrecht heißen die Zieglerschen heute nach ihm. Ihm ist es zu verdanken, dass die Zieglerschen noch heute in so vielen verschiedenen Hilfearten tätig sind. Unter anderem gründete er mit der Vorgängereinrichtung des Fachkrankenhauses Ringgenhof eine der ersten „Trinkerheilanstalten“ in Deutschland. Auch Kindern mit Hör-Sprachbehinderung und zusätzlicher geistiger Behinderung machte er als erster in Deutschland überhaupt ein schulisches Angebot, auch wenn diese Kinder damals als „blödsinnige Taubstumme“ bezeichnet wurden. Seine Büste steht am Saalplatz vor dem Haus Saalplatz 4, dem Haus Salem.

Die diakonischen Gründungen in Wilhelmsdorf sind auf den schwäbischen Pietismus zurückzuführen. Die Gründungsväter lebten ihren Glauben in der ganz praktischen Hinwendung zu hilfebedürftigen Menschen. Wie sehr Bibel und Glaube den Alltag prägten und prägen, sieht man noch heute an der Namensgebung einiger Häuser der Behindertenhilfe: sie heißen u. a. „Schirm“, „Schatten“, „Höchsten“, „Zuflucht“ und „Hoffnung“; Begriffe, die dem Psalm 91 entliehen sind.

Alle weiteren Informationen zu den Zieglerschen auf www.zieglersche.de