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Bürgerdialogveranstaltung dankbar angenommen

34 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Gemeinde zu Information und Austausch zwischen Gemeinderat, Rathaus und Bürgerschaft gefolgt. Ortsbaumeister Wilhelm Birkhofer informierte über Möglichkeiten zur Vorsorge bei Starkregen. Informationen zu gefährdeten Grundstücken gibt es beim Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt unter lubw.baden-wuerttemberg.de. Infos, wie man sein Gebäude schützen kann findet man unter www.kea-bw.de oder unter bbsr.bund.de. Allen Grundstückseigentümern wird empfohlen, hier selbst Vorsorge zu treffen.

 

Rechnungsamtsleiter Stephan Gerster informierte über die aktuelle Haushaltssituation der Gemeinde. Einnahmen in Höhe von 14,6 Mio stehen Ausgaben von 16 Mio bei den laufenden Ausgaben gegenüber. An Investitionen sind für 2026 1,2 Mio vorgesehen, das „Sparbuch“ der Gemeinde reduziert sich damit auf 1,1 Mio. Die Verschuldung  pro Einwohner wird im Jahr 2026 auf 1.348 €und damit 6,42 Mio anwachsen. Nur ¼ der gemeindlichen Einnahmen hat der Gemeinderat Einfluss. Dieser wurde bereits zur Konsolidierung genutzt: anstehende Personalveränderungen ermöglichen Stellenreduzierungen, die rund 100.000 € Einsparung ermöglichen, und durch die Erhöhung der Grundsteuer können 110.000 € Mehreinnahmen erwirtschaftet werden. Dennoch verbleibt absehbar für die kommenden Jahre ein strukturelles Defizit von rund 350.000 € jährlich. Die größten Ausgaben fallen für die Kinderbetreuung an: 2,09 Mio -das bedeutet 418 € pro Einwohner. Schwerpunkte bei den Investitionen sind die Eigenanteile beim Ausbau der Kreisstraße für Gehwege, Querungen und Anpassungen, die Erschließung des Gebietes „Zur Rotachsäge“ für die künftige Bebauung mit Feuerwehrhaus, Rettungswache und einem mögliches Ärztehaus. Ebenso im Blick sind die Ausgaben für den Ausbau der „Grauen Flecken“ bei der Breitbandversorgung sowie die Sanierung von Straßen. Auch wenn die konkrete Finanzierungsmöglichkeit noch nicht gegeben ist, bleiben auch der Bau des Feuerwehrhauses sowie der Neubau der Realschule zentrale Ziele, um die Gemeinde weiterhin zukunftsfähig aufzustellen. Im Übrigen reduzieren sich die Ausgaben auf das Notwendigste, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

 

Bürgermeisterin Sandra Flucht gab einen Ausblick auf anstehende Aufgaben in 2026. Neben den sichtbaren Baustellen bei Kreisstraße und Gebiet Rotachsäge wird derzeit die Planung des Feuerwehrhauses überarbeitet. Ziel soll es sein, eine kostenoptimierte Lösung zu finden, um dem Ziel des Neubaus näherzukommen. Die angekündigten Zuschüsse aus dem Sondervermögen des Bundes über 3,3 Mio könnten hierfür genutzt werden. Insgesamt soll das Thema „Notfall- und Katastrophenschutz“ intensiv bearbeitet und vorhandene Konzepte weiter konkretisiert werden. Auch eine Information der Bevölkerung ist vorgesehen. Neben dem Abschluss der Arbeiten zum Ausbau der „Weißen Flecken“ werden Vorbereitungen für den nächsten Abschnitt zum Ausbau der „Grauen Flecken“ beim Breitbandausbau vorgenommen. Umfangreiche Vorarbeit und Organisation benötigt derzeit die anstehende Landtagswahl. Im März steht die VerpachtungderJagdbögen an. Zur Stärkung von Einzelhandel und Gewerbe findet derzeit ein Projekt mit der IHK zur Innenstadtentwicklung statt.

 

In der Grundschule wird der Ganztagesanspruch auf Betreuung organisatorisch, konzeptionelle und personell ausgearbeitet. Zur Verbesserung der Kommunikation mit der Bürgerschaft wurde für Wilhelmsdorf sowie die Ortschaften ein Whatsapp-Kanal eingerichtet, der jederzeit aktuelle Informationen liefert. Auch ein Instagram-Kanal wird zeitnah folgen. Auf der neugestalteten Homepage wurde die Benutzerfreundlichkeit verbessert. Künftig können Kindergartenplätze online angemeldet werden. Texte und Veranstaltungen können direkt von den Vereinen in ein neues Redaktionssystem eingepflegt werden. Auch interne Abläufe im Rathaus sollen mit Hilfe der KI optimiert und beschleunigt werden. Selbstverständlich werden die MitarbeiterInnen im Rathaus aber weiterhin persönlich oder telefonisch für alle Anliegen erreichbar sein. Im Bereich der Kläranlage werden die Betriebserlaubnisse für die Regenüberlaufbecken zu erneuern sein, und im Bereich des Hauptamtes sollen einige Satzungen aktualisiert werden.

 

Über allem steht das Ziel, die finanzielle Situation im Blick zu behalten und zukunftsweisende Prioritäten zu setzen. Dies soll über die stetige Überprüfung von Standards, Optimierung von Abläufen und Strukturen und Aufgabenkritik erfolgen. Bei alldem soll jedoch die Vielfalt, Menschlichkeit und das Zusammen-Schaffen in der Gemeinde erhalten bleiben.

 

Die anschließende Diskussion an Tischen mit den Gemeinderatsvertretern ergab ein sehr positives Bild. Das breite Angebot an Handel-, Handwerk und Dienstleistungen, das vielfältige Vereins- und Freizeitangebot, das lebendige Gemeinwesen sowie die Betreuung, Schulen und ÖPNV wurden durchweg gelobt. Der Erhalt der Lebendigkeit und der Geschäfte in der Ortsmitte wurde als wichtige Aufgabe empfunden sowie das optische Erscheinungsbild bei Saalplatz und Leerständen. Einzelne Wünsche und Vorschläge gab es für ein Böllerverbot, eine Katzenschutzverordnung, Tempo-30-Zonen, einem Café-Angebot in den Wintermonaten oder einem Drogeriemarkt. Auch die Sanierung von Straßen wurde gewünscht sowie die Intensivierung von Kommunikation und Austausch zwischen Gemeinderat, Rathaus und Bürgerschaft.

 

Wir bedanken uns bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürger für ihr Interesse, ihre Rückmeldungen und Anregungen.