Strukturdaten

Als regionalplanerisch ausgewiesenes Kleinzentrum verfügt Wilhelmsdorf über eine sehr gute und ausgewogene Infrastruktur im Handwerks-, Einzelhandels- und Dienstleistungsbereich.

 

Die Ortschaft Wilhelmsdorf liegt geographisch fast in der Mitte der Gesamtgemeinde Wilhelmsdorf am Rande des Pfrunger Riedes. Mit 2.700 Einwohnern, davon ca. 250 im ehemaligen „badischen Ortsteil“ Niederweiler, ist der für die Gemeinde namengebende Teilort die größte und auch jüngste Siedlung innerhalb der Gesamtgemeinde. Das sofort ins Auge fallende außergewöhnliche Ortsbild weist auf eine geplante Siedlungsgründung hin. Alle Straßen führen in Form eines Kreuzes auf den quadratischen und 1988 komplett neu angelegten Saalplatz mit dem beherrschenden Betsaal in der Mitte.

Sein kleinstädtisches Gepräge erhält der Ort wesentlich durch seine Schulen und diakonischen Einrichtungen.

Außergewöhnlich für die Größe des Ortes ist das Angebot an all den Schulen, wobei von den ca. 1.000 Schülern der Realschule und des Gymnasiums 70 % aus den Umlandgemeinden kommen.

Die Zieglerschen als weitaus größter Arbeitgeber der Gemeinde und die Jugendhilfe Hoffmannhaus beschäftigen in ihren breit gefächerten Aufgabenbereichen neben Lehrern und Erziehern u.a. auch Ärzte, Psychologen und Therapeuten, wodurch Wilhelmsdorf im Vergleich zu anderen ländlichen Gemeinden eine völlig atypische Sozial- und Wirtschaftsstruktur mit einem hohen Anteil im Dienstleistungsbereich aufweist. Seinen Ruf als Inklusionsgemeinde verdankt Wilhelmsdorf der Tatsache, dass das natürliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung schon seit jeher eine Selbstverständlichkeit ist.

Neben den zahlreichen Handels- und Handwerksbetrieben, die nicht nur den täglichen Bedarf abdecken, ist eine gute Versorgung mit Ärzten, Zahnärzten, sonstigen Heilberufen und Apotheken vorhanden. Das Dienstleistungsangebot wird abgerundet durch zwei Banken und eine Postagentur. Der Bürgersaal, der im Zuge der Komplettsanierung des Rathauses 2001 als Anbau entstand, ist zu einem Mittelpunkt der bürgerschaftlichen Aktivitäten geworden. Einen weiteren wichtigen Baustein hat die Gemeinde mit der 2007 in Betrieb genommenen Riedhalle erhalten, die in erster Linie Schulzwecken dient, aber auch für größere Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Der Zuzug neuer Einwohner in die in den letzten Jahrzehnten entstandenen Neubaugebiete hat auch zu einer konfessionellen Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung geführt, was im Bau der 1999 eingeweihten neuen katholischen Kirche in der Zußdorfer Straße zum Ausdruck kommt. Wilhelmsdorf ist damit nicht mehr ausschließlich „evangelische Insel“ im katholischen Oberland, sondern ein von großer Vielfalt und unterschiedlichsten Strömungen geprägtes Gemeinwesen, das sich in den letzten Jahren äußerst dynamisch entwickelt hat.

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