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Jagdgenossenschaft Wilhelmsdorf: Was hinter der Organisation der Jagd steckt

Die Jagd in der Gemeinde Wilhelmsdorf ist neu geregelt: In der kürzlichen Versammlung der Jagdgenossenschaft wurden die Jagdbezirke für die kommenden sechs Jahre neu verpachtet. Insgesamt 18 Jagdgenossen mit einem Flächenanteil von 472,1468 Hektar nahmen an der Versammlung im Bürgersaal des Rathauses teil. Sämtliche Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Doch was genau ist eigentlich eine Jagdgenossenschaft – und wen betrifft sie? Mitglieder einer Jagdgenossenschaft sind automatisch alle Eigentümer von Grundstücken, auf denen die Jagd ausgeübt werden darf. Dazu zählen landwirtschaftliche Flächen, Wiesen oder Waldstücke. Diese Eigentümer werden als Jagdgenossen bezeichnet. Gemeinsam bilden ihre Flächen den sogenannten gemeinschaftlichen Jagdbezirk.

In Wilhelmsdorf umfasst dieser Jagdbezirk Flächen in den Ortsteilen Wilhelmsdorf, Pfrungen, Zußdorf und Esenhausen. Ausgenommen sind größere Eigenjagdbezirke einzelner Eigentümer, etwa von Stiftungen oder Forstbetrieben. Die Jagdgenossenschaft sorgt dafür, dass die Jagd auf diesen Flächen organisiert und verantwortungsvoll ausgeübt wird.

Zu den Aufgaben der Jagdgenossenschaft gehört unter anderem die Einteilung der Jagdbögen, die Verpachtung der Jagd an Jäger oder Jagdgemeinschaften, die Mitwirkung bei Abschussplänen sowie die Regelung von Wildschäden. Die Verwaltung der Jagdgenossenschaft liegt derzeit beim Gemeinderat, der die Genossenschaft nach außen vertritt und das sogenannte Jagdkataster führt – ein Verzeichnis aller Mitglieder und ihrer bejagbaren Flächen.

 

Beschlüsse der Jagdgenossenschaft

In der Versammlung wurden mehrere wichtige Entscheidungen getroffen. Die neue Satzung der Jagdgenossenschaft wurde beschlossen, und die Verwaltung der Jagdgenossenschaft bleibt weiterhin für sechs Jahre beim Gemeinderat. Zudem wurde festgelegt, dass der Reinertrag aus der Jagdpacht – wie bisher – zweckgebunden für gemeinschaftliche Aufgaben verwendet wird, etwa für den Bau und die Unterhaltung von Feld- und Waldwegen sowie für Zuschüsse an den Wasser- und Bodenverband.

Außerdem wurden die sieben Jagdbögen für die Zeit vom 1. April 2026 bis 31. März 2032 neu verpachtet:

 

Jagdbogen

Pächter ab 01.04.2026

Wilhelmsdorf

Albert Hanßler und Siegfried Kessler

Höhreute

Ulrich Hanßler

Pfrungen I – Riedjagd

Mathias Stehle und Paul Rothmund

Pfrungen II – Bergjagd

Ekkehard Stettner und Jürgen Grundler-Reichle

Zußdorf

Josef Russ, Emanuel Gruber und Christian Feist

Esenhausen Nord

Forstbetrieb Herzog von Württemberg GmbH & Co. KG

Esenhausen Süd

Mark Klett und Johannes Metzger

 

 

Langjähriges Engagement gewürdigt

Bürgermeisterin Sandra Flucht hob in diesem Zusammenhang auch das langjährige Engagement örtlicher Jäger hervor: „Die Jagd in unserer Gemeinde lebt von Verlässlichkeit und guter Zusammenarbeit. Besonders bemerkenswert ist, dass Ekkehard Stettner seit rund 30 Jahren als Jagdpächter bei uns tätig ist. Auch Bernd  und Albert Hanßler engagiert sich bereits seit über vier Jahrzehnten zuverlässig als Jagdpächter. Ebenso möchte ich Udo Wellen danken, der als Hegeringleiter viele Jahre Verantwortung übernommen hat und nun leider aus der Jagdpacht ausgeschieden ist.“

Dieses langjährige Engagement zeige, wie wichtig eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Grundstückseigentümern, Jägern, Landwirtschaft und Gemeinde sei. So bleibt die Jagd in Wilhelmsdorf auch künftig eine gemeinsame Aufgabe zum Schutz von Natur, Wild und Kulturlandschaft.

Text: Herbert Guth

 

Jagdgenossenschaft Wilhelmsdorf – kurz erklärt

Mitglieder
Alle Eigentümer von Grundstücken, auf denen die Jagd ausgeübt werden darf.

 

Gemeinschaftlicher Jagdbezirk
Flächen in Wilhelmsdorf, Pfrungen, Zußdorf und Esenhausen.
Ausgenommen sind größere Eigenjagdbezirke einzelner Eigentümer.

 

Aufgaben der Jagdgenossenschaft

• Einteilung der Jagdbögen
• Verpachtung der Jagd
• Mitwirkung bei Abschussplänen
• Regelung von Wildschäden
• Entscheidung über die Verwendung der Jagdpacht

 

Verwendung der Einnahmen

• Bau und Unterhaltung von Feld- und Waldwegen
• Zuschüsse an den Wasser- und Bodenverband

 

Warum Jäger für Natur und Landschaft wichtig sind

• Regulierung der Wildbestände
• Begrenzung von Wildschäden in Landwirtschaft und Wald
• Hilfe bei Wildunfällen im Straßenverkehr
• Beobachtung von Wildbeständen und Lebensräumen
• Pflege von Hecken, Blühflächen und Wildäckern