Die Rotachsäge
Die Rotachsäge wurde am 15.11.1363 in einem Kaufvertrag erstmals erwähnt. Die Deutschordenskommende Altshausen verkauft den Ort Esenhausen und verschiedene Höfe an das Kloster Weingarten. Darunter die „’Die nedern Müli. Die obern Müli’. Die obere Mühle ist die Rotachsäge und die untere Mühle ist die Rotachmühle. Bei dem Verkauf werden Hans der Müller und seine Ehefrau Anna genannt. 1919 wurden die beiden Mühlen besitzrechtlich getrennt, seitdem wird die obere Mühle Rotachsäge genannt. Die letzte Generation der Sägmüller war die Familie Pfaff.
Die Sägmühle bezog das Wasser vom Aubach und dem Mühlbach (ein im 15. Jhd. gebauter Kanal von der Pfrunger Mühle bis zur Einmündung des Aubachs. 1401 wurde der Seegraben vom Lengenweiler See durchs Seefeld bis zum Mühlbach gebaut. Ab 1824 kam der Stichkanal ins Ried, den die Wilhelmsdorfer Kolonisten bauten, der in Wilhelmsdorf beim Bäuerlichen Museum in den Mühlbach mündet, dazu.
Oberhalb der Säge wurde in den früheren Jhd. ein Damm gebaut, über den heute die K7969 führt. Dieser Damm staute das Wasser zu einem See (Weiher am Wolfsbühl) an. Der See diente als Fischweiher dem Kloster Weingarten, den der Müller nicht stören durfte. Für den Antrieb der Sägemühle wurde ein eigener Zulaufkanal aus der Rotach gebaut. Dazu wurde die Rotach zu einem Rückhaltebecken angestaut.
Die Säge wurde bis 1985 betrieben. Mit Kaufvertrag vom 25.06.1985 wird die Säge an die Gemeinde Wilhelmsdorf verkauft. Die Gemeinde baut die Sägemühle zu einem Gemeindebauhof um.
In den Topographischen Karten wird der Name Mühlbach bis zur Rotachsäge beibehalten. Danach wird in den Karten der Name Rotach verwendet. Im Sprachgebrauch der Bürger wird ab dem Zusammenfluss von Aubach und Mühlbach der Name Rotach verwendet.
In den Oberamtsbeschreibungen (1829) von Memminger werden die Namen Roth-Ach und Rotach verwendet.
Quellen:
PFAFF, Karl-Heinz (Hrsg.): Chronik der Rotach-Mühle und Rotach-Säge und ihrer Bewohner, Eigenverlag, 2025
HERBST, Lutz Dietrich und SCHWAB, Andreas: Die Rotachmühlen von Esenhausen und ihr kulturelles Erbe, in Zeitschrift Oberland 2020/2